Das Sternbild der Jungfrau (Virgo) ist das größte der Sternbilder der Ekliptik, durch das die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel verläuft und das zweitgrößte
Sternbild am Himmel. Es war ursprünglich mit dem Tierkreiszeichen gleichen Namens identisch, hat sich jedoch aufgrund der Präzession gegen dieses verschoben.
Als Sternbild der Ekliptik ist dieses Sternbild auf der gesamten Erde zu beobachten, vollständig jedoch nur zwischen den in nebenstehender Tabelle genannten
Breitengraden.
Beschreibung
Die Hauptsterne bilden eine Formation, die wie eine liegende Person aussieht.
Der markanteste Stern dieser Konstellation ist Spica mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,98 mag. Spica ist in Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen über
Arcturus im Sternbild Bärenhüter zu finden. Die restlichen Sterne sind eher unscheinbar und werden oft durch den Staub in der Sommerluft, sowie der langen
Abenddämmerung überstrahlt.
Der Stern R Virginis ist ein Veränderlicher, der in einer relativ kurzen Periode von 145,5 Tagen seine Helligkeit von 11 mag auf 7 mag erhöht.
Als ein interessanter Himmelsbereich ist der Virgo-Galaxienhaufen anzusehen, in dem viele Galaxien beobachtet werden können.
Da die Sonne in den Monaten September und Oktober in diesem Sternbild steht, wird es auch oft mit der Ernte, Fruchtbarkeit und Ackerbau in Verbindung gebracht.
Schließlich bedeutet der lateinische Name Spica (Korn-)Ähre.
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Mythologie
In einer Erzählung stellt das Sternbild die Tochter der Getreide- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter und Zeus - Persephone - dar. Eines Tages wurde Persephone von
dem
Gott der Unterwelt, Hades, als seine Braut entführt. Selbst Zeus konnte sie nicht mehr retten, sondern lediglich eine Vereinbarung treffen, nach der Persephone die
eine Hälfte des Jahres bei ihrem Mann Hades verbringen musste, und die andere Hälfte an die Oberfläche zurückkehren durfte.
In einer anderen Erzählung stellt das Sternbild die Göttin Dike, Tochter der Themis, dar. Dike lebte zu einer sehr frühen Zeit auf Erden, zu der es noch keinen
Krieg
und Gewalt gab und die Erde dem Garten Eden glich. Als sich jedoch die Menschheit entzürnte, flüchtete sie in die Berge und schließlich an den Himmel.
In einer dritten Erzählung verkörpert dieses Sternbild Erigone, und steht in Verbindung mit den benachbarten Sternbildern Bärenhüter und Kleiner Hund. Nachdem
Ikarios
die Kunst des Weinanbaus von dem Gott Dionysos gelehrt bekam, wollte er seinen Wein unter die Leute bringen und bat ihnen einigen Bauern an. Diese hatten noch nie
zuvor Wein getrunken und töteten Ikarios, da sie dachten, dass er sie vergiften wollte. Seine Tochter Erigone machte sich schließlich mit dem Hund Maira auf die Suche
nach ihm. Sein Hund fand die Stelle, an der er vergraben wurde, und aus Trauer über seinen Tod wählte Erigone den Freitod und erhängte sich an einem Baum. Der Hund
starb daraufhin an Einsamkeit und wurde als Hundsstern, auch Sirius genannt, im Sternbild Kleiner Hund, wiedergeboren. Ikarios fand Eingang in das Himmelsreich als
das Sternbild Bärenhüter.
Quelle Sternenbild: Wikipedia